Am südöstlichen Ende von Ballmertshofen bei den Ortsausfahrten in Richtung Giengen bzw. Richtung Dattenhausen steht das Ballmertshofener Schloß.
Eine Burg an gleicher Stelle wurde bereits 1236
erwähnt, als diese samt Rittergut von den Grafen von Dillingen
an das Kloster Neresheim verschenkt
wurde.
Zeuge dieser Zeit dürfte eine 1987 entdeckte Zisterne direkt
unter den südöstlichen Grundmauern sein. Weitere Besitzer der
Burg waren die Herren von Hürnheim (1256-1368), die Herren von
Westerstetten (1368-1442), das Ulmer Spital und die Herren von
Westernach (1512-1538). Das heutige Schloß dürfte etwa Mitte
des 16. Jahrhunderts unter den Schloßherren von Leonrodt (1535-1637)
erbaut worden sein. 1637 übernahmen die Herren von St. Vincent
das Schloß. Im Jahre 1749 veräußerte Johann Rupert von St.
Vincent das Rittergut samt Schloß an die Fürsten von Thurn und
Taxis. Bis zur Ablösung 1851 war das Schloß Sitz des fürstlichen
Ober-Jägermeisters und anschließend fürstliches Rentamt. 1865
erwarb die Gemeinde Ballmertshofen das Schloß und richtete darin
die Schule und das Rathaus ein. 1940 diente das Gebäude als
Kriegsgefangenenlager und nach dem Krieg als Unterkunft für
die Heimatvertriebenen. 1959 zogen die Schüler in die neu
erbaute Volksschule und Anfang der siebziger Jahre verliessen die
letzten Mieter das Haus. Nach Räumung der Amtsstuben 1968 wurde
der stark vernachlässigte Bau zuletzt als ländliche
Bildergalerie genutzt, bevor 1986 die umfangreichen
Renovierungsarbeiten begannen.
Auszug aus: 850 Jahre Ballmertshofen, Festschrift