"Ländliche Bildergalerie"

Am 16. April 1978 wurde im Ballmertshofener Schloss die "Ländliche Bildergalerie" eröffnet. Der Dischinger Arzt Dr. Horst Moeferdt hat hier ein Domizil für die von ihm zusammengetragenen Bilder und andere kunstvolle Gegenstände des Landlebens vergangener Zeiten gefunden. Heute wird die Galerie von Georg Schmid, Klaus Moosmaier und Tilo Meyer (v. l. n. r.) ehrenamtlich weitergeführt und gepflegt. Geöffnet ist die Sammlung von Mai bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 12 Uhr.

Die Herkunft der Sammelstücke beschränkt sich nicht nur auf Ballmertshofen, sondern erstreckt sich vielmehr über das ganze Härtsfeld. Auf den ausgestellten Bildern sind in erster Linie Motive religiösen Charakters zu sehen. Heiligenbilder stammen ausschließlich aus katholischen Gegenden. Besonders beliebt waren in früheren Kinderzimmern Bilder mit Schutzengeln. Den Platz über den Ehebetten füllten breitformatige Schlafzimmerbilder, die Szenen wie "Christus am Ölberg", "Die Rosenmadonna" usw. darstellen. Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Kaiserzeit vor dem Ersten Weltkrieg sind die sogenannten Reservistenbilder, die als Ausweis für die abgelegte Militärzeit und eine ordnungsgemäße Ausmusterung dienten. Auf gedruckte, farbenprächtige Bilder, die Szenen aus der Dienstzeit darstellen, wurde der Kopf des Reservisten als Fotographie aufgeklebt. Unter diesen Bildern sind einige Familiennamen zu finden, die auch heute noch bekannt sind. Zweifellos findet hier der eine oder andere seinen Urgroßvater wieder! Ausserdem waren in evangelischen Gegenden Spruchbilder weit verbreitet, woraus sich später Erinnerungsbilder an die Taufe, Hochzeit usw. entwickelten. Eindrucksvoll sind auch die ausgestellten "Haarbilder". Es wurden Blumen aus Haaren von verstorbenen Kindern geflochten und diese kunstvoll mit religiösen Sprüchen angeordnet. Sehenswert sind außerdem gusseiserne Ofenplatten mit dem jeweiligen Familienwappen, sowie ein Ofen, der um die Jahrhundertwende im Dischinger "Adler" stand. Diese Stücke werden zum Teil noch in aufwendiger Feinarbeit restauriert und gehen nach und nach in die Ausstellung ein.

Einige Ausstellungsstücke

zurück zum Schloss